Als Togo-Frischlinge machen wir in den Hügeln von Togo eine Wanderung durch üppiges Grün, durch Kaffee- und Kakao-Plantagen und sonstige tropische Früchte. Zudem gibt es unzählige Schmetterlinge und Ameisen. Vor allem beim queren einer Ameisenstrasse ist Vorsicht geboten, wir haben alle Mühe diese Viecher loszuwerden.

In Lomé campen wir dann bei einer Schweizerin, der bekannten Alice. Sie ist bereits über dreissig Jahre hier und führt diese kleine Bungalow-/Camping-Anlage mit Schweizer Restaurant mit viel Herzblut und Energie. Und wir gönnen uns eine Bratwurst mit Rösti! Alice weiss viele Geschichten über das Leben und Überleben in Afrika zu erzählen. Alice hat auch einige Hunde welche eines Abends lust auf frisches Schweizerfleisch hatten. Brünu wird von zwei Hunden attackiert und gebissen. Glück im Unglück, bis jetzt sind keine Nebenerscheinungen aufgetreten. Das Nachtleben in Lomé ist schon nur wegen der verschiedenen Leute spannend. Wir sitzen in einer Strassen-Bar und schauen dem Geschehen zu. Hier wird alles, auch nachts, angeboten. Von Occasion-Teddybären über Schuhe bis Grösse 55, und von Zigaretten bis Viagra. Und zudem haben wir in Lomé ja auch noch was zu feiern, Adi wird ja Götti vom kleinen Knorrli!

Nach Lomé besuchen wir den für Vodoo bekannten Ort Togoville. Wir leisten uns eine Vorführung eines Vodoo-Meisters. Bei dieser Zeremonie will das Heu erst nicht brennen, als es doch klappt, müssen wir die Asche auf unsere Zunge streichen und essen. Dies soll uns in Zukunft viel Geld bescheren…

Als nächstes steht Benin auf unserem Reiseplan. Auch hier können die Zöllner die Dokumente nicht ohne unsere Hilfe ausfüllen. In Grand Popo treffen wir einen wunderschönen Sandstrand an, aber der Himmel ist Wolkenverhangen – der Regen lässt nicht lange auf sich warten. Somit Schlechtwetterprogramm: An der trockenen Bar steigt der Umsatz… Leider sind die Sandstrände nicht immer sehr malerisch, da sie den Lokalen auch als Toilette dienen und manchmal aussehen wie Mülldeponien. In Grand Popo versuchen wir unser Musiktalent zu fördern. Mit einem Lehrer versuchen wirs im Djimba-Spielen. Er hat nicht sehr viel Geduld. Woran liegt das wohl…? Die Küste von Benin ist sehr dicht besiedelt, das spüren wir besonders unterwegs und im Chaos von Cotonou. In kürzester Zeit bekommen wir hier das Visum für D.R. Kongo und wir steuern Nigeria an.

Am kleinen Grenzübergang gibt es kein richtiges Zollbüro und auch keine Wechselstube. Somit überreden wir den Polizisten, mit uns Geld zu wechseln und einen falschen Stempel in unser Carnet de Passage zu machen. Die nigerianische Seite nimmt es dann etwas genauer. Es gibt ein Polizei-, Zoll- und auch ein Gesundheitsbüro. Das erste Mal müssen wir auch unseren Impfausweis ausgraben und vorzeigen. Nun kann das Abenteuer Nigeria starten, wir wurden ja schon oft gewarnt. Auf den ersten Kilometern heisst es über zwanzig Mal „Stop and park well“. Die Kontrollen von Polizei, Zoll, Gesundheitsamt, Road Safety und Einwanderungsbehörde wechseln sich ab. Vom einen Checkpoint aus sieht man meist schon die Nagelbretter des nächsten. Als Kontrolle kann man das Ganze eher nicht bezeichnen. Entweder sind sie betrunken oder wollen ein Geschenk. Oder beides…

Noch mehr Geduld brauchen wir am zweiten Tag. Über eine Stunde werden wir von Banditen aufgehalten. Diese behaupten, uns würden Dokumente fehlen (wofür wissen wir heute noch nicht) und wir müssten diese für über 300 US Dollar erwerben. Mit ihren Nagelbrettern hindern sie uns an der Weiterfahrt. Wer uns kennt weiss, dass wir für solche Spässe kein Geld übrig haben. Sie wollen unser Rebi beschlagnahmen und uns Geld borgen, um mit dem ÖV nach Abuja reisen zu können, wo wir dann die nötigen Mittel besorgen könnten… Plötzlich stoppt ein Minibus mit etwa zehn kräftigen Nigerianern. Sie fragen ob wir diesen Halunken Geld gegeben hätten und fordern uns auf, sofort mit Rebi weiterzufahren. Was weiter passierte konnten wir nicht miterleben, wir waren froh aus dieser Situation befreit zu werden. Diese Leute zeigen uns, was Zivilcourage ist. Auf dem Weg nach Abuja werden wir des öftern durch Checkpoints gestoppt, wobei wir nur noch bei den uniformierten und bewaffneten halten. Die einen behaupten, unsere Zusatzscheinwerfer seien nicht erlaubt, uns fehlen Rückstrahler, andere, dass unser internationaler Führerausweis für Nigeria nicht gelte, oder dass das Fahren mit Flipflops verboten ist. Immer reicht ein kurzes Schwätzchen, um unsere Köpfe aus der Lasche zu ziehen.

Auf Nigerias Strassen herrscht ein aggressiver Fahrstil. Und das mit Fahrzeugen in sehr schlechten Zuständen. Wenn ein Auto oder Lastwagen eine Panne hat, wird es auch an dieser Stelle repariert – egal ob es auf der Strasse, mitten in einem Kreisverkehr oder einer Kreuzung zum stehen gekommen ist. Als Pannendreiecke dienen in ganz Afrika Grasbüschel oder Äste auf der Fahrbahn. Viele Unfallautos dekorieren den Strassenrand.

Im Moment sind wir in Abuja. Diese „neue“ Stadt mit modernen Gebäuden und mehrspurigen Strassen passt nicht recht ins Bild von Westafrika. Beim Super-Bunker Sheraton können wir gratis campen, was wir an der nicht günstigen Bar begleichen…

Wir sind gespannt was uns in nächster Zeit erwartet. Sowohl Nigeria als auch unsere nächste Destination Kamerun sind bei der WM in Südafrika dabei. Und die Afrikaner sind bekannt als fanatische Fussballfans…