Nachdem wir in Bamako kein einziges Visum besorgt haben, sind wir in Richtung Nordosten weitergereist. Unter anderem machten wir im kleinen Städtchen Djenné halt. Um dort hin zu gelangen, musste allerdings zuerst ein Fluss überquert werden. Unser Rebi durfte also wieder einmal auf einer kleinen Fähre Platz nehmen. Djenné ist bekannt für seine grosse Lehm-Mosche. Eigentlich besteht ein grosser Teil der Stadt aus diesen Lehmbauten, was zu einer ganz sympathischen Stimmung in diesem Städtchen führt. Am späten Nachmittag werden auf einem Platz Fussballtore gebastelt und aufgestellt. Und plötzlich geht das Spiel los. Wir kaufen uns an einem Strassenstand ein Getränk und schauen dem Geschehen amüsiert zu. Die Spieler der beiden Mannschaften scheint es nicht zu stören, dass immer wieder Motorräder, Velos, Fussgänger, Schafe, Esel und was sonst noch so unterwegs ist auf afrikanischen Strassen das Spielfeld über queren. Bei einem Angriff aufs Tor wird dann ein Fahrradfahrer überrannt, dieser findet das dann überhaupt nicht lustig – im Gegensatz zu uns…
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In Djenné lernen wir auch Tom kennen. Er ist Kanadier mit japanischer Abstammung – und ziemlich speziellem Äusserlichen. Er ist es dann auch, welcher uns in den Bann um die Sagen umworbenen Stadt Timbuktu zieht. Also beschliessen wir, unseren Osterausflug in diese nach Büchern mystische Stadt zu unternehmen. Die Strassenverhältnisse nach Timbuktu seien sehr schlecht, man rät uns von einer Reise mit unserem Rebi ab. Also mieten wir zusammen mit Tom einen 4×4. Tom ist sogar bereit, einen Teil unserer Kosten zu übernehmen, nur dass wir mit ihm mitkommen. Die Strasse – immerhin ca. 500 km, ist dann auch wirklich nicht die Beste, aber unser Rebi hätte das schon geschafft. In Timbuktu können wir das mystische leider nicht so spüren. Es ist halt einfach eine
Stadt. Obwohl wir uns einen Guide leisten, welcher uns einige interessante Sachen erzählt, können wir uns nicht sehr begeistern. Einen Tag später heisst es dann wieder den gleichen Weg zurück nach Mopti. Die ganze Reise hat sich nicht wirklich gelohnt. Hinzu kommt, dass wir – zurück bei Rebi – bemerken, dass unser Fahrzeugschlüssel in Timbuktu vergessen wurde… Dank gutem Verhandlungsgeschickt konnten wir organisieren, dass wir den Schlüssel bereits am nächsten Morgen am Flugplatz in Empfang nehmen konnten, persönlich übergeben vom Piloten.
Ein Tag ausspannen in Mopti ist angesagt. Wir können vor einem Hotel campen und auch deren Swimmingpool benutzen. Uns sobald das Hotel in Richtung Stadtzentrum verlassen wird, ist es wieder aus mit Ruhe. Zahlreiche Guides und Händerl versuchen uns was anzupreisen.
Nach Mopti geht es ins Dogon-Country, wiederum mit Crazy-Tom, der stets was zu meckern hat. Im Dogon-Land wechseln wir wieder einmal unser Schuhwerk: Flip-Flop weg, Trekking-Schuhe an. Denn es geht auf Wanderschaft bei 40° C. Die 5 km schaffen wir aber ohne weitere Probleme. Es geht durch eine faszinierende felsige Landschaft mit kleinen, schönen, in die Felsen gebauten Dörfer. Am Abend kommen wir in einem Dorf auch in den Genuss von lokal gebrautem, warmen Bier. Schmeckt nicht so schlecht, hat im Abgang einen leichten Honiggeschmack. Es wird gerade ein neugeborenes Baby gefeiert, was das ganze Dorf in die Bar führt. Die Nacht verbringen wir unter sternenklarem Himmel und es kühlt angenehm ab. Einer störungsfreien Nacht soll also nichts mehr im Weg stehen. Wären da nicht die Tiere… An schlafen ist nicht zu denken. Esel und Hähne wechseln sich im Halbstundentakt ab, und die Geräusche sind stets doppelt zu hören, da sich das Echo in diesem Gebirge also Dolby-Sourround-Anlage entpuppt. Also wieder einmal nicht ausgeschlafen geht es auf zum zweiten Teil der Wanderschaft. Heute stehen ungefähr 15 Kilometer auf dem Programm, wobei diese bei vollem Sonnenschein das Salzwasser aus unserem Körper zieht.
Nach den tollen Erfahrungen im Dogon-Land geht’s weiter nach Brukina Faso. Die Grenzformalitäten waren gar nicht afrikanischen Standards. Alles reibungslos gelaufen. Nun sind wir Ouagadougou [waga’du:gu], wo wir bei einem Hotel gratis campen dürfen und uns am Pool von den nächtlichen Strapazen abkühlen können… Hier gibt’s auch die Möglichkeit, den fälligen Service für Rebi nach den bereits 10 000 gefahrenen Kilometern zu erledigen. Bei dieser Feldaktion gibt es sogar freiwillige Helfer, welche uns das Ölentsorgen abnehmen. Wahrscheinlich landet es nach afrikanischem Stil im nächsten Strassengraben…
Wie es weiter geht, erfahrt ihr schon bald. Bis dann, tschüss
Hola Adi
Beeindruckend euer Bericht, Fotos und sogar Video anzugucken!!!! Wünsche Dir Adi einen tollen Geburi. Wir vermissen Dich hier bei der CSS. Und wünsche euch noch viel mehr tolle Erlebnisse, denn der Weg ist ja bekanntlich das Ziel, nicht?
Grüsse aus Luzern!